Die Bürgerinitiative, die sich in Gefrees um den neuerlichen Betrieb an der Hohen Reuth stark macht, wird im Rathaus vorstellig. Sie übergibt Bürgermeister Schlegel Unterschriften.

Bernd Nelkel (links), Günther Seibel (Zweiter von rechts) und Jürgen Renner (rechts) übergaben 700 Unterschriften von Bürgern, die sich damit gegen die Wiederinbetriebnahme des Steinbruchbetriebs auf der Hohen Reuth ausgesprochen haben, an Bürgermeister Harald Schlegel. Foto: Harald Judas

Gefrees – Der aus der Bevölkerung initiierte Protest gegen eine Wiederinbetriebnahme des Steinbruchs auf der Hohen Reuth ist endgültig auch im Rathaus angekommen. Die Bürgerinitiative “Hohe Reuth” hat im Sitzungszimmer fast 700 gesammelte Unterschriften an Bürgermeister Harald Schlegel übergeben.

“512 davon stammen von Bürgern von Gefrees, was 15 Prozent der wahlberechtigten Bürger von Gefrees ausmacht”, stellte Günther Seibel als einer der BI-Vertreter fest. Die Unterschriften sollen an die für die Genehmigung zuständige Behörde, das Bergamt an der Regierung von Oberfranken, weitergegeben werden. Während damit das Sammeln von Unterschriften vorerst endet, läuft eine parallele Online-Petition unter dem Label “Erhaltung eines renaturierten Steinbruchs” weiter. Hier haben sich derzeit 256 Bürger eingetragen, wie ergänzend vom Administrator der Kampagne, Jürgen Renner, als Info angefügt wurde.

Gleichzeitig plant die Initiative eine Info-Kampagne mit Plakaten und Bannern. Ein Antrag auf die Gestattung, ein Banner aufzuhängen, wurde an die Stadt gestellt; er befindet sich auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag, ebenso wie Anträge auf eine – bisher nicht vorgesehene – Umweltverträglichkeitsprüfung, ein hydrogeologisches Gutachten der Stadt, ein Gutachten über die Dichtigkeit einer nahen ehemaligen städtischen Mülldeponie und ein Gutachten über die naturschutzfachliche Bedeutung des Areals. “Uns ist wichtig, dass der Nutzen des Einzelnen nicht über dem Gemeinwohl steht”, stellt die Delegation unisono fest. Die Vertreter betonten, dass es dort oben einen Flecken Natur gebe, “der schwer gefährdet ist”.

Es gehe in der Stadt aber auch Angst um, dass sich die Bedingungen durch Lärm, Feinstaub, Lkw erheblich verschlechtern – vor allem, da Aussagen getroffen sind, dass aus dem Betrieb Verkehr zwischen 6 und 22 Uhr entstehen könnte. Insgesamt bezeichneten die Vertreter die Hohe Reuth als einen “der größten Schätze, den wir in Gefrees haben”. Und nicht zuletzt wisse man nicht, wie sich die Sprengungen auf die dortigen Quellen auswirken.

Bürgermeister Harald Schlegel erläuterte seinen Gästen zunächst den Sachstand des Verfahrens: “Das erste Antragsverfahren ist noch nicht ganz abgeschlossen.” Nach seiner Einschätzung und unterstützt durch eine Auskunft des Bergamtes gehe die Anhörung wohl in eine zweite Runde. Darin soll einer Auskunft nach dann auch die Bürgerinitiative gehört werden. Schlegel stellte klar, dass die Trinkwasserversorgung der Stadt Gefrees insgesamt dank der vorhandenen Tiefbrunnen auch ohne die Quellen der Hohen Reuth möglich wäre, allerdings würde sich das Wasser verteuern. Bürgermeister Harald Schlegel wolle erst einmal Fakten auf dem Tisch haben, sprich die Ergebnisse des in Erarbeitung befindlichen Gutachtens und des Anhörungsverfahrens.

Dass die Hohe Reuth ein Thema im nächsten Wahlkampf werden würde, wie von den Vertretern vermutet, das sehe er auch so, bestätigte Bürgermeister Schlegel. Hier hätten sich Stadtrat Bernd Nelkel, bei der Übergabe selbst als Mitglied der Bürgerinitiative vor Ort, der auch schon einmal einen Antrag auf zusätzliche gutachterliche Untersuchungen gestellt hatte, sowie Stephan Zeißler schon pro BI positioniert.