PRESSEBERICHT

Die BI Hohe Reuth hat einen Stammtisch gegründet. Jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat treffen sich die Mitglieder in der Gaststätte Werkstatt in Gefrees.

Beim letzten Stammtisch hatte die BI den Bayerischen Rundfunk zu Gast, der in einer Rundschau über die BI berichten wird. Der Sendetermin wird noch bekannt gegeben. Vorausgegangen waren zwei Drehtage auf der Hohen Reuth und im Gefreeser Rathaus.

Die BI informierte über den aktuellen Sachstand des Verfahrens. Die Gutachten, die der Betreiber der Steinbrüche vorlegen muss, sind noch nicht beim Bergamt der Regierung von Oberfranken eingetroffen. Ein hydrogeologisches, ein ökologisches und ein  Gutachten hinsichtlich der Umweltverträglichkeitsprüfung wurden in Auftrag gegeben. Auch die Stadt Gefrees hat wegen der Oberflächenquellen im Bereich der Hohen Reuth ein Fachbüro beauftragt ein Gutachten zu erstellen. Dieses Gutachten ist kurz vor der Fertigstellung, so die Auskunft der Stadt Gefrees. Bekanntlich ist die Trinkwasserversorgung von Gefrees  zu einem Drittel über die Quellen der Hohen Reuth und zu zwei Dritteln über die Tiefenbrunnen geregelt.

Auch wenn die Gutachten des Betreibers beim Bergamt vorliegen und als unbedenklich eingestuft werden, bedeutet das nicht, dass der Abbau von Granit in Gefrees beginnt. Die Gutachten werden dann den zuständigen Behörden, wie Wasserwirtschaftsamt, Landratsamt, Stadt Gefrees und der BI zur Kenntnisnahme und Prüfung übersandt. Auch wir haben Einsicht auf diese Gutachten und können Widerspruch einlegen. Für diesen Fall hat uns die Universität Bayreuth Unterstützung zugesichert. Bei der UNI Bayreuth fand erst in der letzten Woche eine Klimakonferenz statt.

Über die drei Anträge der BI über Ausweisung der Quellen in ein Wasserschutzgebiet, Aufnahme der Mülldeponien in das Altlastenkataster des Freistaates Bayern und Unterschutzstellung des Gebietes der Hohen Reuth als Naturschutzgebiet wird erst bei der nächsten Stadtratssitzung im März entschieden.

Auch die rechtliche Seite wurde angesprochen. Das Mutungsrecht stammt aus dem Jahr 1858 und ist über 170 Jahre alt. Dieses Bergrecht gehört auf den Prüfstand, es ist in Zeiten des Klimawandels, wo Landschaftsschutz und Klimaschutz groß geschrieben werden nicht mehr akzeptabel. Es sind bereits Schreiben an Bundes- und Landespolitiker vorbereitet. Die Betreiberfirma hat ca. 830 ha Mutungsrecht, dieses Recht steht über Naturschutz und Eigentumsschutz, hier besteht dringender Handlungsbedarf!

Auch das Betretungsrecht des Gebietes der Hohen Reuth haben wir prüfen lassen, da dort schon Verbotsschilder aufgestellt sind. Nach einer Rechtsauskunft, die auch von der Stadt Gefrees veranlasst wurde, darf der Betreiber, solange er keine Abbaugenehmigung erhalten hat, niemanden verbieten sein Grundstück zu betreten. Hier gilt noch immer der Art. 141 der Bayerischen Verfassung und  insbesondere der Abs. 3 „das Betreten des Waldes ist jedermann gestattet“.

Leider war es unumgänglich das die Hohe Reuth auch zum Wahlkampfthema geworden ist. Alle vier Bürgermeisterkandidaten haben von uns die Möglichkeit bekommen Fragen zur Hohen Reuth zu beantworten, den Fragenkatalog haben wir auf unserer Website eingestellt, auch die Anträge an den Stadtrat können unter WWW.BI-HOHE-REUTH.DE nachgelesen werden. Die Presse wird ebenfalls darüber berichten.

Einer unserer vier Schwerpunkte nach Natur, Wasser und Lebensqualität ist das Thema Gesundheit. Diesbezüglich liegt eine Stellungnahme des in Gefrees ansässigen Arztes Dr. Kreutzer vor, der sich auch mit Umweltmedizin beschäftigt. Das Granit radioaktiv strahlt, ist kein Geheimnis. Wie in der Stellungnahme zu lesen ist, wurden insbesondere in Ortsteilen von Gefrees, die in unmittelbarer Nähe des Steinbruchs liegen, vermehre Fälle von Lungenkrebs festgestellt. Es ist zu befürchten, dass bei einem möglichen Granitabbau  mit verstärkter Belastung der Luft von Feinstaub zu rechnen ist, die zu einer erhöhten Gesundheitsgefährdung führt. Eine weitere Studie wird derzeit bei einem Institut erstellt, dem bereits Messwerte vorliegen, über das Ergebnis wird nachberichtet.