Sehr geehrter Herr Landrat,
sehr geehrte Damen und Herren des Kreistages und des Naturschutzbeirates,

Bezugnehmend auf Ihre Entscheidung vom April letzten Jahres, keine Naturschutzwacht im Landkreis Bayreuth zu installieren, möchten wir eine Jahresbilanz ziehen.

Ohne jegliche Vorwürfe den Verantwortlichen und Aktiven zuzuweisen, müssen wir feststellen, dass kein Gefreeser Initiativenmitglied eine Umweltbestreifung durch die Bergwacht hat feststellen können – was auch bei den vielfältigen Aufgaben, die die Bergwacht hat, kein Wunder ist. Und dies in ehrenamtlichem Engagement. Großen Dank an dieser Stelle den Aktiven. Naturschutz – und der ist in der Klimakrise mit dem damit verbunden Artenschwund in Flora und Fauna notwendiger denn je – muss auf viele Schultern verteilt werden und es ist für uns nicht ersichtlich, warum der Landkreis als einer der wenigen in Bayern sich dagegen sperrt, engagierte Bürger in diese Aufgabe mit einzubinden. Zumal die Naturschutzwächter andere Befugnisse und eine intensivere Ausbildung erhalten, als die Mitglieder einer ehrenamtlichen Institution, die diese Aufgaben nebenbei erledigen müssen.

Nochmal: es soll keine Konkurrenz zur Bergwacht entstehen, sondern eine Unterstützung.

Auch sollte uns Landkreisbürger die finanzielle Seite nicht schrecken. Es werden für die vielfältigen Aufgaben im Landkreises Millionen ausgegeben. Da sollte doch für den Naturschutz eine kleine fünfstellige Summe pro Jahr nicht ins Gewicht fallen – unserer Natur zu Liebe! Und es geht ja nicht nur um die Gefreeser Steinbrüche, sondern um das gesamte Gebiet, das der Landkreis Bayreuth umfasst. Und da kann die Bergwacht nicht überall Streife laufen.

Ebenso wenig nachvollziehbar ist die Tatsache, dass der Kreistag das Gebiet der Hohen Reuth Gefrees, welches Sie selbst als besonders schützenswert bezeichnen und das ökologisch besonders wertvoll ist, nicht unter Naturschutz stellt. Für die Natur ist es bereits nach Zwölf. Und Sie als verantwortliche Entscheidungsträger zögern immer noch, wirkungsvoll Naturschutz zu betreiben und wirtschaftliches Kalkül offensichtlich über alles andere stellen. Aber nicht nur Natur-, sondern auch Wasserschutz ist im Landkreis erforderlich, wie auch Ihre Behörde selbst in einer Zukunftseinschätzung feststellt. Und da wir davon überzeugt sind, dass das riesige Wasserreservoir auf der Reuth auch die Gefreeser Trinkwasserversorgung sichert, bitten wir um Unterschutzstellung des gesamten Gebietes der Hohen Reuth als Wasserschutzgebiet. Nicht zuletzt auch im Hinblick auf die ehemalige Mülldeponie, die für den Fall der Undichtigkeit, verursacht durch die Wiederinbetriebnahme der ehemaligen Steinbrüche und benachbarter Sprengungen, unser Grundwasser verseuchen würde.

Unser Klima und unsere Natur brauchen unser aller Unterstützung – auch im Kleinen. Klimaschutz beginnt bei jedem Einzelnen von uns. Folgen des Wandels – Überschwemmungen, Unwetter, Stürme, Waldbrände, Trockenheit, Waldsterben, etc. – werden uns täglich vor Augen geführt. Sie als Entscheidungsträger und jeder von uns trägt Verantwortung dafür, dass wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt hinterlassen. Werden Sie und werden wir dieser Verantwortung gerecht!

Die Gefreeser Bürgerinitiative bittet daher darum, die Anträge

  • Naturschutzwacht Bayern auch im Landkreis Bayreuth
  • Natur- und Wasserschutzgebiet Hohe Reuth Gefrees

nochmals zu überdenken und neu darüber zu entscheiden.
Hochachtungsvoll